Welcher Ayurveda-Typ bin ich?

Vata, Pitta, Kapha? Die Ayurveda-Konstitution

Die Konstitutionsbestimmung zählt zu den wichtigsten Kernpunkten der ayurvedischen Heil- und Lebenskunde. Jeder Mensch ist einzigartig und verfügt über ein unvergleichliches Profil auf der physischen und psychischen Ebene. Die individuelle Konstitution – Prakriti – wird auf der körperlichen und psychischen Ebene durch die Qualität und Manifestation der drei Doshas beschrieben. Diese werden im einzelnen Vata, Pitta und Kapha genannt und stellen biologische Kräfte dar, welche unseren Organismus auf der strukturellen und funktionalen Ebene steuern. So bildet sich unsere Konstitution aus ayurvedischer Sicht aus einer einzigartigen Mischung aus Vata, Pitta und Kapha.


„Gesund sein“ heißt im Ayurveda, im inneren Gleichgewicht mit der eigenen Konstitution zu sein. Krankheiten entstehen durch das Ungleichgewicht der körperlichen und geistigen Kräfte. In diesem fühlt sich Gesundheit für jeden Menschen auch ein wenig unterschiedlich an. Je nachdem, wie unsere Konstitution ausgeprägt ist, bevorzugen wir unterschiedliche Lebensweisen, klimatische Verhältnisse oder mentale Herausforderungen.

 

Vata

Menschen mit einer Vata-Konstitution sind von Natur aus sehr feingliedrige und sensible Persönlichkeitstypen, die sich durch einen schmalen Körperbau, trockene Haut sowie künstlerische und sensitive Fähigkeiten auszeichnen.


Neugier und Bewegungsbedürfnis
Da Vata das beweglichste Prinzip darstellt, bietet seine Vorherrschaft Schnelligkeit, Instabilität und eine facettenreiche Persönlichkeit mit vielen verschiedenen Interessen und Talenten. Vata-Menschen sind körperlich und geistig immer aktiv, neugierig und haben ein starkes Bedürfnis, sich zu bewegen.


Flucht vor dem nordeuropäischen Winter
Eine sehr sensible Körperfunktion stellt ihre Verdauung dar. Vata-Typen haben von Natur aus einen unregelmäßigen Appetit und reagieren auf Stress, falsche Nahrung und innere Anspannung unmittelbar mit Blähungen und Verstopfung. Das Nervensystem ist empfindsam und ihre Körperstärke und Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten eher gering. So sind Vata-Menschen besonders empfindlich gegenüber Kälte und Wind. In der kalten Jahreszeit sehnen sie sich nach Licht und Wärme. So flüchten sie in der Regel wann immer nur möglich aus dem tristen nordeuropäischen Herbst und Winter.


Große Stärke: Die Kommunikation
Eine große Stärke von Vata liegt in der Kommunikation. Vata-Typen haben ein offenes Wesen, können gut Kontakt aufbauen und sind normalerweise redselig. Ihr Ideenreichtum und die Kreativität sind bemerkenswert und mit großer Begeisterungsfähigkeit beginnen sie neue Tätigkeiten. Es macht ihnen große Freude, neue Dinge zu lernen und ihr Leben mit Veränderungen zu bereichern. Leider haben sie keine ausgeprägte Ausdauer und verfolgen oft mehrere Projekte gleichzeitig, ohne sich auf eins voll zu konzentrieren. Dies führt schnell zu einer Überlastung, schützt aber vor Langeweile und Routine.


Neigung zu Krankheiten
Generell neigen Vata-Menschen zu mentalen und psychosomatischen Erkrankungen. Ihr Bewegungsapparat ist störungsempfindlich und sie neigen zu Verdauungsbeschwerden, Erschöpfungszuständen, Ängsten, Schlafstörungen, Ohrgeräuschen, Tinnitus, Herzerkrankungen und neuralgischen Schmerzen, welche vermehrt bei körperlicher oder geistiger Überlastung, Stress und im Alter auftreten.

Pitta

Pitta-Menschen sind sehr dynamische, erfolgreiche und eindrucksvolle Persönlichkeiten. Sie verfügen über ein außerordentliches Energiepotential und sind körperlich und geistig sehr leistungsstark. Das feurige Pitta gibt Hitze, Schärfe und Säure. Dies bewirkt eine gute Verdauung, einen guten Stoffwechselumsatz, starkes Schwitzen und eine warme und gut durchblutete Haut.


Gute Argumentationsfähigkeit

Pitta-Menschen lieben sportliche Aktivitäten und finden einen entspannenden Ausgleich ihres oft angespannten Gemüts durch körperliche Bewegung. Pitta verleiht der Stimme Schärfe sowie eine flüssige, klare Sprache. Diese Menschen verfügen über eine gute Argumentationsfähigkeit, mit der sie überzeugen können. Sie sind gute Redner und nehmen in Versammlungen, Diskussionen und Seminaren normalerweise einen besonderen Platz ein. Sie lieben das Debattieren und Diskutieren. Sie sind häufig dominant, durchsetzungsfähig und verfügen über eine ausgeprägte Handlungskompetenz.


Körperliche Beschwerden

Auf der körperlichen Ebene neigen sie zu Hautbeschwerden, Übersäuerung, Entzündungen sowie Problemen mit der Leber und anderen Verdauungsorganen.

Kapha

Kapha-Menschen zeichnen sich durch ihre innere Stärke und Stabilität aus. Sie sind kräftig gebaut, verfügen über ein gutes Immunsystem und sind äußerst ruhevoll im Umgang mit anderen Menschen und sich selbst.


Tolerante, zufriedene Persönlichkeit

Kapha ist ein wässriges und erdiges Prinzip, welches strukturelle Kompaktheit, Stabilität, Langsamkeit, Sicherheit, Zufriedenheit und eine tolerante Persönlichkeit bietet. Der Körper einer Kapha-Person ist gut entwickelt mit runden Konturen. Kapha-Menschen zeigen, obwohl sie wenig essen, eine Tendenz zur Gewichtsansammlung. Sie haben eine schöne, glatte Haut, große ausdrucksvolle Augen und kräftige Haare. Ihre Körperstärke ist bemerkenswert und sie besitzen eine gute Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten. Sie können jedoch an Diabetes oder Beschwerden im Lungen-, Bronchial- und Nebenhöhlenbereich leiden. Auch Fettleibigkeit und Krankheiten, die im Zusammenhang mit überschüssigem Fett stehen, sind häufige Beschwerden bei einer Dominanz des Kapha-Doshas.


Ruhig, ausgeglichen und treu

Von allen Konstitutions-Typen besitzen sie die geringste Neigung zu mentalen Störungen. Sie haben ein ruhiges, ausgeglichenes Wesen und verfügen über ausgeprägte Loyalität, Zuverlässigkeit und Treue. Dafür neigen sie aber sehr zu Bequemlichkeit und innerem Phlegma. Ihre körperliche und geistige Antriebskraft ist gering und sie benötigen oft viel Zeit für sich selbst und die zu verrichtenden Aufgaben.

Vata-Pitta

Menschen mit einer Vata-Pitta-Konstitution sind wie geschaffen für den modernen Lifestyle unserer Zeit. Sie sind attraktiv, lebenslustig und lebendig, besitzen einen wachen Geist und können sehr gut kommunizieren. Im Idealfall paaren sich die positiven Eigenschaften des Vata mit seiner Bewegungsfreude, Kreativität und schnellen Auffassungsgabe mit der Zielstrebigkeit, Intelligenz und Führungsqualität des Pitta. Der Körper ist schlank und kraftvoll, die Haare fein und weich und die ganze Persönlichkeit strahlt eine vitale Kraft und positive Dynamik aus.


Disharmonie beider Körperenergien

Leider mischen sich in den meisten Fällen aber nicht nur die positiven Eigenschaften der Doshas. Viele Menschen mit einer Vata-Pitta-Konstitution leiden im Störungsfall unter der Disharmonie beider Körperenergien, was sich häufig in Nervosität und Unruhe (Vata), innerer Anspannung und Reizbarkeit (Pitta), Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Hautunreinheiten und einem empfindlichen Magen äußert.


Bewegung steht im Vordergrund

Auf der körperlichen Ebene steht bei einer Vata-Pitta-Konstitution die Bewegung im Vordergrund, denn sowohl Vata als auch Pitta sind sehr dynamische Doshas. Vata-Pitta-Menschen sind in der Regel sehr sportlich und verfügen über einen guten Stoffwechsel. Der Körperbau ist feingliedrig und doch energievoll. Die Haut ist oft sensibel und reagiert empfindlich auf chemische Substanzen. Der Genuss von süßen Speisen wird in der Regel bereits in der Kindheit sehr geschätzt, hinzu kommt eine Vorliebe für Musik, Malerei und andere bildende Künste. Der Wunsch nach einer gesunden und spirituell ausgerichteten Lebensweise kann ebenfalls sehr ausgeprägt sein.

Vata-Kapha

Menschen mit einer Vata-Kapha-Konstitution sind äußerst interessante Persönlichkeiten, die immer wieder neue Überraschungen offenbaren. Die ausgeprägte Dominanz der gegensätzlichen Elemente Luft, Erde und Wasser zeigt sich in vielschichtigen Eigenschaften auf der körperlichen und psychischen Ebene. Zum einen schenkt der Vata-Anteil die Leichtigkeit, Kreativität und Unbeständigkeit. Das kann sich zum Beispiel in einem schlanken Körperbau, schneller Sprechweise und innerer Unruhe zeigen.


Vielseitige Interessen und Fähigkeiten

Der Kapha-Anteil hingegen zeigt sich durch Schwere, Stabilität und Feuchtigkeit. So kann zum Beispiel die Haut sehr dick sein, zu Wasseransammlungen und Cellulitis neigen, oder die Person ist stark auf Sicherheit und Traditionen bedacht. Die Variationen, wie sich Vata und Kapha äußern, sind unbegrenzt und schenken vielseitige Interessen und Fähigkeiten.


Gesellig, neugierig und sozial

Menschen mit einer Vata-Kapha-Konstitution sind sehr gesellig, beliebt und kommunikativ. Der Vata-Anteil ist offen, neugierig und liebt das Gespräch, während Kapha sehr fürsorglich, sozial und einladend ist. Die ideale Mischung für ein spannendes Gespräch und gute Freundschaft.

Pitta-Kapha

Wenn es eine Power-Konstitution gibt, dann ist es die Pitta-Kapha-Konstitution. Der Körper ist robust und kräftig gebaut, das Immunsystem stabil und die Ausdauer und Beharrlichkeit in allen Aktivitäten ist hervorragend. Mit einer schier unerschöpflichen Energie verfolgen diese Menschen unbeirrt ihre Ziele und lassen sich durch (fast) nichts aufhalten. Der Körper erfreut sich einer sehr guten Gesundheit und Ausdauer. Belastungen durch zu viel Arbeit, falsches Essen und Stress machen sich erst nach einigen Jahren Raubbau bemerkbar. Und der Geist ist ebenfalls von Klarheit und Ruhe, Scharfsinn und Geduld, Zielstrebigkeit und Gelassenheit geprägt.


Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Politik

So verfügen sehr viele charismatische Persönlichkeiten aus dem politischen und wirtschaftlichen Leben über eine Pitta-Kapha-Konstitution, was ihnen hilft, das anstrengende Manager-Leben mit vielen Reisen, unregelmäßigen Mahlzeiten und anstrengendem Konkurrenzkampf heil zu überstehen.

Vata-Pitta-Kapha

Sollten Sie eine sogenannte Sama-Dosha-Konstitution besitzen, die sich nahezu aus den gleichen Anteilen aller Elemente zusammensetzt, so gehören sie zu den wenigen Auserwählten, die mit einem großen natürlichen Gleichgewicht in Körper und Geist geboren wurden.

Die meisten Menschen entwickeln im Laufe ihres Lebens Störungen aus einem Ungleichgewicht der drei Doshas, wie zum Beispiel die Schlafstörungen des Vata, die Reizbarkeit des Pitta und die Wasseransammlungen des Kapha. Doch nur wenige Menschen haben von Grund auf alle Doshas im Positiven gleichmäßig verteilt, was zu einer sehr stabilen und begünstigten Persönlichkeitsstruktur führt.


Körper, Geist und Seele sind wirklich im Gleichgewicht

Eine ausgewogene Tridosha-Konstitution macht sich dadurch bemerkbar, dass es keine extremen Konstitutionseigenschaften gibt. Körper, Geist und Seele sind wirklich im Gleichgewicht und alle Eigenschaften und Funktionsweisen im ausreichenden Maße vorhanden. So verfügen die meisten Vata-Pitta-Kapha-Typen über einen mittleren Körperbau, eine normale unkomplizierte Haut und einen guten Stoffwechsel. Auf der psychischen Ebene haben sie die Kreativität und schnelle Auffassungsgabe von Vata, die charismatische Ausstrahlung und Zielstrebigkeit von Pitta und die Sanftheit und Gelassenheit von Kapha.

Konstitutionsstörungen erkennen

Vata-Ungleichgewicht
 

Ein zu hohes Vata entsteht durch übermäßige Belastungen auf der körperlichen und geistigen Ebene sowie eine unausgeglichene Lebensweise und Energieverlust.
 

Ist unser Leben zu schnell, hetzen wir nur hin und her und sind wir so genervt, dass wir keine Arbeit wirklich fertig bekommen, dann hat sich unser Vata auf ungesunde Weise erhöht.
 

Gerät das Vata aus dem Gleichgewicht, so ist dies direkt spürbar durch innere Nervosität, Blähungen, einen trockenen Mund, Verlangen nach Wärme und undefinierbare Ängste.
 

Die überhöhte Vata-Energie vermittelt ein Gefühl von Leere, Selbstzweifeln und Sinnlosigkeit; alles in unserem Kopf wirbelt unkoordiniert durcheinander und wir verspüren wenig Kraft und Sicherheit in unseren Handlungen.
 

Hält dieser Zustand an, so entstehen zunehmend Blähungen und Verstopfung, kalte Hände und Füße sowie Trockenheit im ganzen Körper und auf der Haut. Der Geist wird immer unruhiger und langsam entwickeln sich „echte“ Beschwerden wie Schlafstörungen, Ohrgeräusche und Schwindelanfälle.
 

Eine lang anhaltende Dosha-Erhöhung führt zu typischen Vata-Krankheitsbildern wie Blutarmut, Muskel- und Knochenschwund, Lähmungserscheinungen, Gedächtnisverlust, Gelenkbeschwerden, degenerative Arthritis und alle Nervenleiden.

Pitta-Ungleichgewicht


Ein zu hohes Pitta entsteht durch zuviel Hitze (Feuer) im Körper, das durch viel Verantwortung, Erfolgsdruck, Konkurrenzkampf oder den übermäßigen Genuss von sauren Speisen (wie Zitrusfrüchten, Milchprodukten, Fleisch oder Alkohol) gefördert wird.


Unsere Pitta-Störungen erkennen wir unmittelbar durch Hitze, Magenübersäuerung, innere Anspannung und Ungeduld. Auch innerer Ärger und Kritiksucht machen sich im Gemüt breit. Dadurch kann man sich schlecht entspannen und entwickelt auch nicht genügend Selbstwertgefühl.


Verfestigt sich die Pitta-Erhöhung, zeigt sie sich durch Sodbrennen, Magenverstimmung, brennende Schmerzen in der Nabelgegend und eine äußerst gereizte und überkritische Geisteshaltung. Die Haut beginnt nun zu reagieren und es können Hautrötungen, Ausschläge, Kopfschmerzen und Schweißausbrüche auftreten.


Im weiteren Verlauf entstehen Krankheiten wie Fieber, Entzündungen, Migräne, Eiteransammlungen, entzündliche Arthritis, Knochenabszesse sowie alle entzündlichen und brennenden Beschwerden der Leber und des Magen-Darm-Trakts.

Kapha-Ungleichgewicht


Eine Kapha-Störung hat ihre Ursache meistens in einem Mangel von Bewegung und Lebensfreude und einem Übermaß an süßer und fettiger Nahrung.
 

Besteht eine Erhöhung von Kapha, so entstehen zuerst Antriebsarmut und Schweregefühl. Alles fühlt sich schwer und träge an. Auch Übelkeit, aufgeblähte Gedärme, Wasseransammlungen und ständige Müdigkeit können auftreten. Das Lymphsystem arbeitet schlecht, Wasseransammlungen schwemmen den Körper auf und Stoffwechselschlacken werden in den Geweben abgelagert.
 

Sammelt sich Kapha weiterhin an, so beginnt der Körper sehr viel Schleim zu bilden, der sich in den Stirn- und Nasenhöhlen, den Bronchien und den Atemwegen festsetzt. Wir leiden unter träger Verdauung und entwickeln Krankheiten wie Fettsucht, hohen Cholesterinspiegel, nässende Ekzeme, Zysten, Diabetes und Tumorbildung.

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