Ayurveda-Wissen
Koriander - das optimale Gewürz für den Sommer
Koriander - das optimale Gewürz für den Sommer
Inhaltsverzeichnis:
- Des Menschen liebste Jahreszeit
- Dos and Don´ts im frühen Sommer
- Dos and Don´ts im späten Sommer
- Koriander, das optimale Sommergewürz
Dieser Artikel erschien in der Yoga Aktuell, Ausgabe Juni/Juli 2017
Endlich ist der Sommer da – und die Temperaturen steigen. Cool bleiben ist jetzt angesagt! Mit den richtigen ayurvedischen Gewürzen und Kräutern bleibst du in Balance und behältst auch in der heißen Jahreszeit garantiert einen kühlen Kopf.
Des Menschen liebste Jahreszeit
Der Sommer ist vielen Menschen die liebste Jahreszeit. Gerade Vata- und Kapha-Typen lieben die langen und warmen Sommertage und spüren die wohltuende Wirkung von Sonne und Licht. Aus ayurvedischer Sicht hat der Sommer jedoch auch seine Tücken – speziell wenn es um die Gesundheit von Haut, Haar und Verdauung geht. Zum Ausgleich gibt es spezielle Sommergewürze und Kräuter, die uns wohltuende Kühle schenken und zudem das Verdauungsfeuer entfachen.
Das Leben im Einklang mit dem Rhythmus der Natur hat im Ayurveda einen großen Stellenwert. Die einzelnen Jahreszeiten üben großen Einfluss auf das körperliche und psychische Wohlbefinden aus und verstärken saisonale Krankheitsneigungen. Interessant ist, dass Ayurveda nicht vier, sondern sechs Jahreszeiten (Rtus) beschreibt und hierzu sehr ausgefeilte Ernährungs- und Gesundheitsempfehlungen gibt, welche auf die spezifischen Qualitäten der Doshas und des Agni abgestimmt sind.
Do and Don´ts im frühen Sommer
So teilt sich der Sommer in den frühen Sommer (Mai bis Juni) und den späten Sommer (Juli bis August), welche sich speziell durch ihre unterschiedliche Agni-Kraft unterscheiden: Der frühe Sommer (Grishma-Rtu) zeichnet sich durch Wärme und Trockenheit aus, die ein starkes Pitta mit guter Verdauungskraft (Agni) erzeugen. Nun ist alles, was kühlt – wie süße, kalte, flüssige und leicht ölige Speisen und Getränke –, besonders empfehlenswert. Die Lieblingsgewürze für diese Jahreszeit sind Koriander, Kurkuma, Kardamom und Rosenblüten.
Dos
- kalte und ölige, feuchte Nahrung, z.B. Ghi, Milch
- nährende Flüssigkeit wie Fruchtsäfte oder Buttermilch
- Mangos und Granatäpfel
- Süßspeisen mit Milch, Ghi
Don´ts
- Alkohol
- salzige, saure und scharfe Speisen
- trockene, heiße und fermentierte Nahrung
- Lamm-, Rind- und Schweinefleisch
Do and Don´ts im späten Sommer
Im späten Sommer (Varsha-Rtu) erhöht die ansteigende Hitze das Pitta noch weiter, was zu einer Schwächung der Verdauungskraft und einem Anstieg von Vata führt. Um die Empfindsamkeit und Schwäche des Körpers auszugleichen, empfiehlt der Ayurveda den Genuss von Honig, frischen Blattsalaten, kaltgepressten Ölen und stoffwechselanregenden Gewürzkräutern wie Basilikum, Rosmarin und Minze.
Dos
- Honig auf den täglichen Speiseplan
- Gerste und Weizen
- Warmes Wasser trinken
- Milch, Ghi, einfache Butter
- Süßwasserfische mit aphrodisierender Wirkung
Don´ts
- Trockene, kalte, schwere Nahrung wie Käse, Kefir, Joghurt, Quark (nur in geringer Menge konsumieren)
- Kichererbsen, Erbsen und andere Hülsenfrüchte im Übermaß
- fermentiertes, altes, abgestandenes Essen
- kalte Getränke im Übermaß
Koriander, das optimale Sommergewürz
Eines der liebsten Sommergewürze in der Ayurveda-Küche ist der Koriander. Der feine, aromatische Geschmack von Koriandersamen und Korianderkraut fördert die Balance des Feuer- und des Wasserelements im Körper und wirkt damit appetitanregend sowie hauttherapeutisch und aktiviert den Verdauungs- und Zellerneuerungsprozess. Damit ist Koriander der optimale Stoffwechselregulator, der die gegensätzlichen Qualitäten von Pitta und Agni ausgleicht. Bereits ein halber Teelöffel Koriandersamen in der Currymischung hilft in den heißen Sommermonaten, das überhöhte Pitta zu reduzieren und ein schwaches Agni zu erhöhen. Außerdem üben Koriandersamen einen positiven Einfluss auf die Psyche aus (medhya) und regulieren Vata. Damit wirkt Koriander nicht nur gut gegen Blähungen, sondern auch gegen Konzentrationsmangel, Reizbarkeit und Erschöpfung. Äußerlich angewendet, können gemahlene Koriandersamen mit Kurkuma und Ghi zu einer Paste angerührt und auf irritierte Hautstellen aufgetragen werden. Der Mix aus Koriandersamen mit frischer Minze, Gurke, Fenchel