Ayurveda-Wissen

Mehr Selbsterkenntnis durch Zungenschaben

Mehr Selbsterkenntnis durch Zungenschaben


Das Zungenschaben gehört im Ayurveda zur unverzichtbaren Morgenroutine. Erfahre, warum dieses einfache Ritual weit mehr als nur Reinigung ist und wie du durch den Blick in den Spiegel wertvolle Erkenntnisse über deine Doshas und deine Gesundheit gewinnst.

Symbolbild zum ayurvedischen Zungenschaben: Eine junge Frau im gelbem Tuch streckt humorvoll die Zunge heraus. Das Bild greift eine klassische Morgenroutine im Ayurveda auf, bei der durch das sanfte Reinigen der Zunge Überreste der Verdauung entfernt und die Sinne aktiviert werden.


Inhaltsverzeichnis:


 

Ayurveda hat eine Menge guter Tipps auf Lager, die uns helfen, mehr Vitalität, Gesundheit und Lebensqualität für unseren Alltag zu gewinnen. Eine davon ist das Zungenschaben, welches neben der körperlichen Reinigung eine optimale Möglichkeit zur eigenen Dosha-Bestimmung und ganzheitlichen Selbsterkenntnis bietet.

 

Die morgendliche Reinigungsroutine des Ayurveda beginnt mit dem Trinken von 1-2 Gläsern heißem Wasser direkt nach dem Aufstehen. Dann folgt das Zungenschaben. Für Ayurveda-Neulinge erscheint es als eine merkwürdige Angewohnheit, am frühen Morgen die Zunge ganz weit rauszustrecken und mit einem Löffel oder Zungenschaber vom hinteren Gaumenbereich bis zur Zungenspitze abzuziehen. Doch der Ayurveda-Kenner möchte dieses Ritual nicht missen.

 

Vorteile des Zungenschabens

Das Zungenschaben stellt eine effektive Methode dar, den Körper von angesammeltem Schleim (Kapha) und Stoffwechselschlacken (Ama) zu befreien und damit Mundgeruch, HNO-Beschwerden, Allergien, Erkältung und anderen Problemen vorzubeugen. Außerdem bietet die Zungenbetrachtung eine wunderbare Gelegenheit der diagnostischen Selbsterkenntnis.

 

Was die Zunge alles über uns aussagen kann…

Jede ungesunde Mahlzeit und Dosha-Störung zeichnet sich unmittelbar durch einen Belag oder Furchen auf der Zunge ab: Haben wir am Abend zu viel oder zu schwer gegessen, so zeigt sich dies am nächsten Morgen in einem weißlich, gelblich, gräulich gefärbten Zungenbelag, dessen klebrige Konsistenz und Duftnote den Grad an Ama (Toxinen) bemisst. Ist die Zungenspitze rot oder zeigt die Zunge eine auffällige Mittelfurche an, so ist dies ein Anzeichen für zu viel Pitta (Säure), welche durch Stress, Wut oder übermäßigen Alkoholgenuss entsteht. Sind zusätzlich (oder stattdessen) noch rote Punkte auf der Zunge zu sehen, so sollten wir uns Sorgen über unsere Psychohygiene machen, denn die roten Punkte zeigen stagnierte Hitze an - ein untrügliches Zeichen für latente Entzündungen im Körper oder unterdrückte Emotionen. Eine trockene Zunge mit mehr oder weniger kleinen Querfurchen ist ein typisches Zeichen für Vata-Störungen, wie chronische Erschöpfung oder nervliche Überreizung. Besonders wachsam werde ich immer, wenn ich jemand sehe, der an der Zungenspitze eine Einkerbung vorweist - diese Personen sind oftmals von inneren Zwiespälten (zwei Seelen in einer Brust) geplagt. Anders hingegen sind diejenigen, die einem eine große und leicht geschwollene Zunge herausstrecken - damit sind in der Regel Menschen mit einer stabilen Konstitution aber schwachem Verdauungsfeuer ausgestattet.

 

Diagnose anhand der Zungeneigenschaften

Erfahrene Zungendiagnostiker können diverse Organstörungen, Rückenbeschwerden und Auto-Immun-Erkrankungen an der Zungenform und -ausprägung ablesen. Doch für den eigenen Hausgebrauch reicht es, sich morgens als Teil der Morgenroutine die eigene Zunge entgegenzustrecken, diese sanft abzustreifen und sich anschließend für den Tag fertigzumachen.

 

Das Gute am Zungenschaben ist: Es ist einfach und wirkt!

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